Konzeption Johanneshaus Bad Wildbad
Pflegerische Ausrichtung und Zielsetzung
Das Johanneshaus Bad Wildbad bietet spezielle psychiatrische Pflege für erwachsene Menschen, die noch nicht im Seniorenalter sind. Alle Menschen im Johanneshaus Bad Wildbad bleiben, solange sie es wollen. Daher werden auch ältere, das heißt im Heim alt gewordene Menschen im Johanneshaus Bad Wildbad versorgt. Bei Anfragen wird jedoch gemeinsam mit den Interessenten geklärt, ob nicht das Angebot einer Senioreneinrichtung (etwa im Johanneshaus Bad Liebenzell – Monakam) für die Interessenten geeigneter ist. Entscheidend für eine Aufnahme sind immer die Sicht und das Interesse des Klienten.
Das Johanneshaus bietet 117 Heimplätze für Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen mit einem zusätzlichen Pflegebedarf bei der Grundpflege und selbstverständlich auch der Behandlungspflege. 109 der 117 Heimplätze im Haus befinden sich in 43 Doppelzimmern und 23 Einzelzimmern, welche auf drei Stockwerken, fast ausschließlich zur Sonnenseite des Enztales ausgerichtet, liegen. Zusätzlich sind in der Innenstadt in Bad Wildbad drei Wohnungen angemietet, die zusammen mit 8 Plätzen das stationäre Angebot sinnvoll ergänzen.
Die stationäre Pflege kümmert sich um Menschen, welche aufgrund der Veränderungen durch die psychischen Erkrankungen nicht mehr ohne fachliche Begleitung leben können oder die zusätzlich zu psychischen Erkrankungen weiteren Pflegebedarf haben. Auch Menschen, welche durch Beeinträchtigung der Hirnfunktion nicht vollständig für sich selbst sorgen können, werden durch die Pflege im Johanneshaus betreut. Weiter leben im Johanneshaus Menschen mit angeborenen oder erworbenen geistigen Behinderungen, die zusätzlich psychische Erkrankungen und Pflegebedarf haben, so dass weder eine Betreuung im familiären Umfeld, noch auch eine adäquate Versorgung in Einrichtungen der Behindertenhilfe möglich scheint.
Zumeist haben die Bewohner längere und auch wiederholte Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken hinter sich: Die Erkrankung ist meist mit desolater Familiengeschichte und dem Erleben Scheiterns vieler sozialer Beziehungen verbunden. Die Erkrankung selbst schränkt Bewohner stark ein. Aber auch deren Behandlung mit Neuroleptika, die Wirkungen und Nebenwirkungen dieser Medikamente verändert das Verhalten der betroffenen Menschen. Die Chronifizierung der Erkrankung, wie auch der während des langen Aufenthaltes in Institutionen der Psychiatrie erworbene Hospitalismus haben viele Bewohner in Verhalten und Antrieb deutlich problematisch verändert.
Ein Großteil der Menschen im Johanneshaus hatte in anderen Einrichtungen Probleme im Zusammenleben verursacht oder aber das geordnete Leben in den anderen Einrichtungen bereitete den Bewohnern Anpassungsschwierigkeiten. Oft konnten Einrichtungen der Eingliederungshilfe nicht die nötige pflegerische Versorgungsstruktur und erforderliche Dichte der Betreuung anbieten. Heime mit einem Versorgungsvertrag nach SGB XI hingegen, sind häufig mit den Erfordernissen einer psychischen Erkrankung zu stark gefordert. Immer noch kommt vor, dass jüngere Menschen mit Diagnosen psychischer Erkrankungen in Altenpflegeheimen untergebracht werden – auch diese Menschen finden dann oft nach langer Leidenszeit im Johanneshaus Bad Wildbad den richtigen Platz.

In der täglichen Arbeit ist in den letzten Jahren zu beobachten, dass Menschen eher nur eine begrenzte Zeit im Johannehaus verweilen wollen. Die eigene Wohnung, das selbst bestimmte Leben außerhalb jeder Institution ist für viele Bewohner ein das Leben bestimmender Sehnsuchtspunkt, aber auch ernsthaft angestrebtes Ziel. Deshalb reagieren wir darauf in der Ausrichtung unserer Arbeit. Wir streben an, unsere Klienten zu befähigen, mehr und mehr Selbständigkeit zu erlernen und sich auf die eigenen Stärken zu beziehen. Die vorliegenden meist gravierenden Krankheitsbilder, der teilweise sehr hohe Pflege – und Betreuungsbedarf und die oftmals schwierige Verhaltensproblematik der Klienten bedeuten deshalb für die Mitarbeiter und Klienten eine anspruchvolle Herausforderung. Hier muss ein „Trotzdem“ in Geduld und mit ausreichender Motivation die Arbeit der Pflege und Betreuung begleiten. Selbstverständlich wird nur bei einzelnen Bewohnern bei günstiger Entwicklung ein Leben außerhalb des Heimes tatsächlich möglich. Dennoch können fast alle von den Rehabilitations-Anstrengungen unseres Hauses profitieren. Eine Verringerung des Pflegeaufwandes und damit eine niedrigere Pflegestufe sind im Johanneshaus Badbad auch bei sehr langem Aufenthalt immer Ziel der pflegerischen Arbeit. 
Haus und Zimmer
Das Johanneshaus bietet ausreichend Platz für drei verschieden große Wohnbereiche. Diese Wohnbereiche werden in, für die Pflegeorganisation sinnvolle und von Pflegekräften, wie auch einzelnen Bewohnern überschaubare Einheiten, weiter unterteilt. Fast alle Zimmer sind nach Süden zum Enztal hin ausgerichtet. Durch die Südlage sind die Zimmer hell und sonnig und bieten einen wundervollen Blick in das Tal hinein. Insgesamt stehen 117 Heimplätze für Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen mit einem zusätzlichen Pflegebedarf bereit. 109 der 117 Heimplätze befinden sich in 43 Doppelzimmern und 23 Einzelzimmern. Die drei Stockwerke bilden, jedes für sich, jeweils große Pflegeeinheiten, nämlich die Wohnbereiche Inge, Eva und Regina. Zusätzlich sind in der Innenstadt in Bad Wildbad drei Wohnungen, die mit zusammen 8 Plätzen das stationäre Angebot sinnvoll ergänzen.
Je zwei dieser Wohnungen beherbergen zwei Bewohner, eine sehr große Wohnung bietet die Unterkunft für vier Bewohnerinnen und Bewohner. Die Entwicklungsaufgabe der nächsten Jahre wird es sein, dieses Angebot zu erweitern.
Betreuungskonzept
Pflegemodell
Die Arbeit in der Pflege orientiert sich am Pflegemodell von Roper, Logan und Thierney, wie es in der Literatur bei Liliane Juchli erscheint und nimmt Elemente der weiterführenden Arbeit von Prof. Monika Krohwinkel auf. Im Gegensatz zur wesentlich auf die Bedürfnisse alter und hochaltriger körperlich kranker Menschen zentrierten Konzeption von Krohwinkel wird in unseren Pflegeplanungen der Schwerpunkt auf den rehabilitativen Charakter psychiatrischer Pflege gelegt. Selbstverständlich werden die gültigen Prinzipien der Altenpflege bei den hochaltrigen Menschen, die schon seit Jahrzehnten bei uns leben, angewandt. Bei Menschen mit malignen Erkrankungen und bei Bewohnern in der Sterbephase wird Sterbebegleitung angeboten und, wo immer möglich und medizinisch vertretbar, unnötige Klinikaufenthalte vermieden. Bei Menschen mit deutlich schlechter Prognose und bald beginnendem Sterbeprozess ist eine enge Zusammenarbeit und gute Kommunikation zwischen dem betroffenen Bewohner, der Bezugspflegekraft, den Angehörigen, dem Betreuer, allen an der Pflege beteiligten, den Ärzten und der örtlichen Hospizgruppe notwendig. Die Pflege und Betreuung arbeitet auch im Vorfeld eng mit der Hospizgruppe zusammen. Verantwortlich für die Organisation der notwendigen engen Zusammenarbeit und guten Kommunikation ist die zugeteilte Bezugspflegekraft, die den Bewohner schon lange Zeit in gesünderen Tagen begleitet hat.
Die der Pflege wichtige Beachtung der Würde der Bewohner findet im Streben nach möglichst „normalem“ Umgang ihren Ausdruck. Respekt vor der Freiheit und Individualität jedes einzelnen Bewohners zeigen unser Verständnis von der Entfaltung der Persönlichkeit. Schwierig wird der Anspruch gelingender Körperpflege, Hygiene und Förderung gesunden Verhaltens besonders im Moment des “Empowerment“, also der Befähigung der Menschen im Heim, für sich selbst sorgen zu sollen. Die Sorge um die eigene Gesundheit, die Gewichtung der persönlichen Körperhygiene, der Umgang mit Alkohol, Nikotin und anderen Drogen und auch die in Krisensituationen notwendige Sorge um die persönliche und körperliche Sicherheit der einzelnen Bewohner eröffnen ein Spannungsfeld zwischen pflegerischer Sorgfalt und der Selbstbestimmung der Bewohner. In diesem Spannungsfeld wird die Beachtung der Würde und notwendigen Entfaltung der Persönlichkeit und Selbstbestimmung schwierig und bedarf deshalb großer Anstrengung und Behutsamkeit der Beteiligten.
Immer gilt: Kein Bewohner darf alleine gelassen und der Hoffnungslosigkeit überlassen werden!
Trotz manchmal auch sehr hohem Pflegebedarf, sollen die Menschen immer befähigt werden, selbst Aktivitäten zu entwickeln. Alle Bewohner müssen an allen angebotenen Beschäftigungen und Freizeitangeboten im Haus teilnehmen können. So ist es durch die Anstrengungen der Pflege und intensiver Betreuung möglich, dass auch Menschen mit einem sehr hohen Pflegebedarf, etwa der Pflegestufe III und selbst Menschen die von der Pflegeversicherung als Härtefall anerkannt sind, in den Werkstätten arbeiten können.

Art der Hilfen
Die Hilfen und Unterstützung der Bewohner reichen von, auf den ersten Blick scheinbar lockerer Begleitung und Beratung beim alltäglichen Leben der Bewohner bis zur vollständigen Übernahme der Aktivitäten der Körperpflege, Mobilität und Ernährung. Das genaue Ausmaß der Hilfe ergibt sich aus dem individuellen Pflegebedarf, wie er aus jeder einzelnen Pflegeanamnese durch die Pflegefachkräfte abgeleitet wird. So ist die notwendige Hilfestellung der Pflege dem jeweiligen Bedarf und den Bedürfnissen der einzelnen Bewohner angepasst. Da sich Menschen ändern, wird die Pflegeplanung regelmäßig aktualisiert.
Eine Besonderheit der psychiatrischen Pflege liegt darin, dass die zu Pflegenden fast immer im Empfinden und der Bewertung ihrer grundlegenden Bedürfnisse eingeschränkt sind. Beispielsweise ist das Temperaturempfinden und damit die wettergerechte Bekleidung durch die Neuroleptika - Einnahme fast immer gestört. Auch die Nahrungsaufnahme ist für viele Bewohner eher Problem als Genuss. Daher hat die Pflege die Aufgabe verstärkt „objektive“ Bedürfnisse zu eruieren und zu formulieren. Konkret hat dies Auswirkungen etwa bei der Körperpflege, dem Ausmaß an körperlicher Aktivität, Fragen der Ernährung und Freizeitaktivitäten. Aber auch die Teilnahme am Gemeinschaftsleben, die Befriedigung sozialer Bedürfnisse kann nicht alleine Aufgabe der Bewohner sein. Entsprechende Hilfestellung, Unterstützung und zuweilen Überwachung durch Pflege und Betreuung sind Teil der Aufgaben des Hauses.
Alle Mitarbeiter müssen darauf achten, dass die Vorstellungen „gesunder“ Menschen, was Körperhygiene, Beschäftigung, Ernährung, aber auch Nikotinkonsum, nicht einfach den Bewohnern übergestülpt werden. Sicherlich sind die Risiken und Gefahren nicht adäquaten Verhaltens der psychisch kranken Menschen fast immer zu sehen. Dennoch muss auch die Pflege und Betreuung ertragen, dass es Bewohnern nicht immer gelingt sich angemessen zu verhalten. Dies betrifft beispielsweise den sehr verbreiteten hohen Zigarettenkonsum. Auch wenn viele Menschen im Haus nachvollziehbar an den Folgen der Nikotinsucht leiden und auch an davon ausgelösten Erkrankungen sterben, so sind die Einflussmöglichkeiten der Pflege und Betreuung nur begrenzt.
Pflegeanamnese
Die Pflegeanamnese wird bereits am Aufnahmetag des Bewohners in Grundzügen erstellt. Wann immer dies möglich ist, bestimmt der Bewohner die Pflegeplanung weitestgehend mit. Wo dies nicht möglich ist, treten ersatzweise Betreuer oder Angehörige ein, um die Interessen der Bewohner, deren individuelle Bedürfnisse und Wertvorstellungen, wie auch Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen, in der Pflegeplanung zu verankern. Aufgenommen und erfasst wird die Pflegeanamnese durch eine Pflegefachkraft, also eine Krankenschwester oder Altenpflegerin. Selbstverständlich sind alle Pflegekräfte und auch therapeutisch Tätigen im Team bei der Planung eingebunden. Konkret arbeiten alle mit bei der Beobachtung und genauerer Information zu Verhalten und Entwicklung der Bewohner. Bei der Erstellung der Pflegeplanung bringt der Sozialdienst, Sozialpädagogin oder Sozialarbeiter wesentliche Elemente ein. Dies ist das besonders wichtigen Elemente der sozialen Teilhabe, der Pflege von Beziehungen und der persönlichen Entwicklung und der Bereich der Rehabilitationsplanung. Damit wird der eher medizin- und versorgungsorientierte Ansatz der Pflegenden sinnvoll ergänzt und erweitert. Besonders wichtig ist dies für den langsam und stetig wachsenden Anteil der Bewohner, die trotz teilweise erheblichem Pflege – und Betreuungsaufwand vom MdK nicht in Pflegestufe I eingestuft werden.
Pflegeplanung
Bei der Pflegeplanung sind die Bedürfnisse und Probleme der Bewohner so wie sie in der Struktur der Aktivitäten des täglichen Lebens erscheinen, zu beachten. Ziel bestimmend bleiben die Förderung der Bewohnerressourcen, die Gewährleistung körperlicher Unversehrtheit und die Erhaltung bestehender Fähigkeiten.
Regelmäßig, das heißt in längstens dreimonatlichen Abständen wird die aus der Pflegeanamnese entstandene Pflegeplanung weiter geschrieben. Grundlage ist hierfür die laufende Dokumentation, welche nicht nur die Ausführung der geplanten Pflegmaßnahmen schriftlich fixiert, sondern auch durch das Festhalten aller relevanten Informationen zum Pflegeverlauf den Pflegeprozess evaluiert.
Für jeden Bewohner wird ein Tagespflegeplan erstellt, der detailliert die erforderlichen Maßnahmen und Hilfen beschreibt. In diesem Tagespflegeplan werden auch Hinweise zu den individuellen Bedürfnissen, Gewohnheiten und Eigenheiten jedes Bewohners für die die Pflegemaßnahmen ausführende Pflegekraft gegeben. Dadurch wird eine auf die individuellen Bedürfnisse jedes Bewohners abgestimmte Pflege und Betreuung gewährleistet. Helfer und Fachkräfte pflegen genau nach dem jeweiligen individuellen Tagespflegeplan. Damit wird für den betroffenen Bewohner, seine Angehörigen, alle an der Pflege beteiligten und interessierte Dritte die Pflege und die erforderlichen Maßnahmen transparent und überprüfbar.
Pflegemaßnahmen
Die Pflegemaßnahmen werden unter Berücksichtigung der aktuellen Verfassung des Bewohners ausgeführt. Selbstverständlich hat die ausführende Pflegekraft die Rechte und besonders die Würde des Bewohners zu beachten. Es wird stets gewährleistet, dass Behandlungspflege ausschließlich von pflegerischen Fachkräften ausgeführt wird, was die Sicherheit der Bewohner garantiert. Maßnahmen der Behandlungspflege werden von Haus – und Fachärzten immer schriftlich angeordnet. Sie werden, wenn sie schriftlich fixiert sind, von ausgebildetem Fachpflegepersonal ausgeführt. Auch die Ausgabe von Medikamenten, die Kontrolle der Einnahme und das Beobachten der Wirkung ist Aufgabe des Pflegepersonals. Selbstverständlich arbeiten auch pflegerische Hilfskräfte mit den Bewohnern in den Bereichen, wo dies von den Fachkräften beaufsichtigt und verantwortet werden kann.
Pflegequalität
Neben dem Qualitätssicherungssystem, welches eine einheitliche verlässliche Ausführung der Pflegemaßnahmen zum Ziel hat, führen Übergabegespräche und regelmäßige Pflegevisiten mit Wohnbereichsleitung und Pflegedienstleitung mit fortlaufender Kontrolle dazu, dass mögliche Fehler und Schwachpunkte leichter entdeckt werden können. Eingebunden sind die Qualitätssicherungsmaßnahmen in das Qualitätsmanagementkonzept der Johannes Seniorendienste. Hier kommen auch Unterstützung und Kontrolle aus den Johannes Seniorendiensten zum Tragen.
Ganzheitliche Pflege
Die sozialen Beziehungen, die geistigen und seelischen Bedürfnisse haben ihren Platz in der Realisierung einer ganzheitlichen Pflege. Auch dies ist Ausdruck des Respekts vor der persönlichen Würde unserer Bewohner. Der Einsatz von Diese Würde zeigt sich gleichfalls in der Achtung vor deren Selbstbestimmung und Freiheit. Freilich entsteht hier eine gewisse Spannung in der pflegerischen Sorge um Hygiene und körperlicher, wie auch seelischer Sicherheit und Stabilität der Bewohner, und deren berechtigter Individualität und ihrem Bedürfnis nach ungehinderter Entfaltung der eigenen Person.
Bezugspflege
Für jeden einzelnen Bewohner ist eine erfahrene Fachkraft zuständig. Sie übernimmt die Formulierung, Überwachung und Kontrolle der individuellen Pflegeplanung. Kontakte zu den Angehörigen sind von der Bezugspflegeperson zu organisieren und zu pflegen. In den Jahren und Jahrzehnten der psychischen Erkrankung sind viele familiäre Beziehungen stark belastet und oftmals zerstört worden waren. Deshalb ist Unterstützung bei der Pflege sozialer Beziehungen, besonders außerhalb des Heimes, geboten.
Die Bezugspflegeperson ist jedem Bewohner namentlich bekannt. Damit neben der rein funktionalen Zuordnung auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl entsteht, wird jeden Monat ein Bezugspflegetag organisiert, der in einer gemeinsamen Veranstaltung die Bewohner mit ihrer Bezugspflegekraft zusammenbringt. Die Veranstaltungen reichen vom Kaffeenachmittag bis zum gemeinsamen Ausflug in den Zoo, aber auch ein Bastelnachmittag oder ein Spaziergang in den Kurpark ist möglich.
Die gesetzlichen Betreuer, ob nun Berufsbetreuer oder ehrenamtliche Betreuer, finden in der Bezugspflegeperson einen kompetenten und informierten Ansprechpartner. Auch die Betreuung bei notwendigen Krankenhausaufenthalten – bei jedem Krankenhausaufenthalt erfolgt pro Woche mindestens ein Besuch – wird von der Bezugspflegeperson organisiert oder selbst übernommen. Selbstverständlich erkundigt sich die Bezugspflegeperson zwischenzeitlich auch telefonisch, wenn der Bewohner im Krankenhaus liegt.
Durch die Bezugspflege soll eine interessierte Betreuung der Bewohner gewährleistet werden, die in der Intensität etwa der von engen Angehörigen oder Freunden entspricht.
Kleidung
Mindestens ein Kontaktgespräch im Monat ist von der Bezugspflegeperson mit dem jeweiligen Bewohner verpflichtend zu führen und auch zu dokumentieren. Inhalt dieses Gespräches ist die Bewohnerzufriedenheit und mögliche erforderliche Veränderungen der Pflege. Hier unterstützt die Sozialarbeiterin des Wohnbereiches die Bezugspflegenden inhaltlich und fachlich.
Sozialdienst
Das Johanneshaus Bad Wildbad bietet Pflegeleistungen und Betreuungsleistungen nach SGB XI. Die Pflegebedürftigkeit der überwiegenden Anzahl der Bewohner resultiert wesentlich nicht aus den körperlichen, sondern aus den vorhandenen psychischen Einschränkungen und Behinderungen. Ein Grossteil der erforderlichen Leistungen in der Grundpflege besteht deshalb in ständigen, wiederholten Aufforderungen zur Ausführung der Körperhygiene, deren Anleitung und Überwachung. Die bestehende Negativsymptomatik, also Antriebverlust und die sich selbst verstärkende Regression machen die Pflegearbeit außerordentlich schwierig und für die Pflegenden anstrengend. Immer wieder ist in der Vorgeschichte der Bewohner zu finden, dass diese Problematik in anderen Einrichtungen für massive, nicht beherrschbare Schwierigkeiten sorgte. Es war sogar in anderen Einrichtungen in der Auseinandersetzung vereinzelt zu Tätlichkeiten gekommen. Häufig war diese und ähnliche Problematik Ursache dafür, dass etwa Einrichtungen der Eingliederungshilfe den Vertrag mit den Klienten kündigten.
Die Betreuung der psychisch veränderten Menschen im Johanneshaus bedarf der Begleitung von fachlich ausgebildeten Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen. Die besonders wichtige Beziehungsarbeit, die Gestaltung der Kontakte zu anderen Bewohnern, aber auch zu Menschen, Vereinen und Organisationen außerhalb des Johanneshauses bedarf fachlicher Unterstützung, Hilfe und Anleitung. Hierdurch ergeben sich Momente der Unterstützung der Gesundung und mögliche Rezidive und Verschlechterung können – bei erfolgreicher Arbeit – verhindert werden.
Die „normale“ Alltagsstruktur mit einem Anteil an sinnvoller Arbeit, aber auch die im Kontrast erlebbare Freizeit helfen der Orientierung und dienen der Psychohygiene.
Pflege
Wohnbereiche
Haus A bietet ausreichend Platz für drei verschieden große Wohnbereiche. Diese Wohnbereiche werden in, von der Pflege her sinnvolle und von Pflegekräften, wie auch einzelnen Bewohnern überschaubare Einheiten, weiter unterteilt.
Erdgeschoss:
Das Erdgeschoss bietet Platz für insgesamt 35 Bewohner. Im Westflügel liegen 10 Doppelzimmer und 1 Einzelzimmer, im Ostflügel befinden sich 7 Doppelzimmer.
Diese Aufteilung betrifft die Pflegeorganisation in Frühdienst und Spätdienst. Was die Verantwortung und den Bezug zwischen Bewohnern und Pflegenden angeht, so ist hier jede Fachpflegekraft verantwortlich für eine Gruppe von Bewohnern.
Die betreffenden fünf Fachpflegekräfte tragen auch Verantwortung für die Pflegeplanung der Bewohner der jeweiligen Gruppen. Hierdurch wird die jeweilige Verantwortung der Fachkräfte nach innen für die Bewohner und die Kolleginnen und Kollegen, wie auch für externe Ansprechpartner, also Angehörige, Betreuer und Ärzte deutlich benannt.
Für die Pflegequalität des ganzen Wohnbereiches, die Kontrolle des Ablaufes der Versorgung und Pflege des gesamten Erdgeschosses bleibt selbstverständlich die Wohnbereichsleitung als Instanz verantwortlich.
Im Erdgeschoss finden sich mehrere Gemeinschaftsräume die von den Bewohnern genutzt werden. Hierzu gehört der Aufenthaltsraum im Westflügel, der von Bewohnern und Mitarbeitern gemeinsam wohnlich ausgestattet wurde. Eine Küchenzeile bietet die Möglichkeit, sich selbst Mahlzeiten zuzubereiten. In diesem Raum essen die Bewohner gemeinsam, welche bei der Ernährung wenig, bis kaum Hilfe benötigen. Angeleitet von der Pflege holen Bewohner selbst das Essen aus der Küche (im Stockwerk darunter), decken den Tisch ein, portionieren das Essen mit etwas Unterstützung der Pflege. ausgerüstet mit einer Küche die Möglichkeit der individuellen Essenversorgung für die stark eingeschränkten Bewohner bietet. Hier kann auch spontan das vorbereitete Essen auf den Bedarf einzelner Bewohner abgestimmt werden. Hinzu kommen zwei recht große Säle, von welchen einer bevorzugt als Speiseraum genutzt wird, die aber ganztägig von Bewohnern und dem Freizeitgestalter genutzt werden können. Weiterhin ist im Erdgeschoss auch noch die Cafeteria, ein Raum,. mit Balkon, in dem auch geraucht werden darf. Zusätzlich bietet das Wohnzimmer im Ostflügel Gelegenheit, sich zu versammeln oder zum spontanen Aufenthalt. Dies wird meistens zum gemeinsamen Fernsehen genutzt. Hier finden auch regelmäßige kleine Gottesdienste statt, abwechselnd jeden Mittwoch eine evangelische und katholische Andacht. Weiter hat der betreuende Diakon ein regelmäßiges Gesprächsangebot in diesem Raum.
| Erdgeschoss: | 35 Bewohner: | |
| WBL | Ljubica Dezdek | 1,00 |
| Sozialarbeiterin | Eva Lunardon | 1,00 |
| plus | 5,00 | |
| Pflege Fachkräfte | 4,35 | |
| Helfer | ||
| Stellen | 11,35 |
Obergeschoss (Wohnbereich Regina):
Auch hier findet sich wieder das gleiche Prinzip. Das Obergeschoss bietet Raum für 45 Bewohner, im Westflügel wohnen die Bewohner in 13 Doppelzimmern, im Ostflügel in 9 Doppelzimmern und einem Einzelzimmer. Die ganze Etage wird wieder unterteilt in überschaubare Wohngruppen. Hier sind es 3 Wohngruppen und die Anzahl der Bewohner dürfte bei etwa 15 Menschen liegen. Die Verantwortung teilen sich hier 7 Fachkräfte, die für jeweils im Mittel 7 Bewohner zuständig sind.
Im Obergeschoss steht die Aktivierung durch Pflege und Therapie eindeutig im Vordergrund. Hierzu gehören auch die verschiedenen Küchen und Aufenthaltsräume, welche die Bewohner nutzen sollen. Der Erfolg der Pflege wird sich auch daran messen lassen müssen, in wie weit Bewohner selbst ihren Raum, ihre Räume gestalten und in wie weit es gelingen wird, Bewohner zur Nutzung der Küchen und anderen Entfaltungsmöglichkeiten zu bewegen. Wichtig hierbei ist die Vorgabe der Pflege, dass vom bisherigen System der Bedienung und Vollversorgung abgerückt wird. In dem Maße, in dem die Bedienung und die bevormundende Aktivität abnehmen, muss das Engagement der Bewohner zunehmen. Wenn die Servicekräfte zwar ihre Hilfe und „Beratung“ anbieten, aber darauf verzichten, Teller und Bestecke vorzulegen, während vor dem Saal Bewohner auf Einlass warten, so bedeutet dies, dass Bewohner selbst ihre Tische decken und sich um ihr Essen so weit es geht kümmern und damit der Raum ihnen schon vor dem Essen zugänglich sein muss.
Der Großteil der Bewohner sollte in Beschäftigungstherapie und Arbeitstherapie tagsüber gefördert werden. Räumlich bietet sich das an, denn die neuen Räume der Beschäftigungstherapie liegen zentral im Mittelbau im Obergeschoss.
Im Westflügel des Obergeschoss liegt der wahrscheinlich schönste Aufenthaltsraum des Hauses, ein Raum, welcher leicht 30 Bewohnern Platz bieten kann. Hier ist neben verschiedenen Freizeitaktivitäten auch vorgesehen, dass eine kleinere Gruppe von Bewohnern ihr Essen weitgehend selbständig richtet und auch dort isst.
Im Mittelbau des Obergeschosses findet sich wieder der obligatorische Raucherraum, ausgerüstet mit Fernsehgerät und Radio. Im Ostflügel liegt ein Raum mit Teeküche, in dem zur Zeit die Bewohner der Hofgruppe ihr Essen einnehmen.
| Obergeschoss: | 55 Bewohner: | |
| WBL | Smail Bajramovic | 1,00 |
| Sozialarbeiter | Karl Heinz Wenzien | 1,00 |
| plus | ||
| Pflege Fachkräfte | 6,80 | |
| Helfer | 5,70 | |
| Stellen | 15,03 |
Dachgeschoß:
Der kleinste Wohnbereich bietet sich mit den vielen Einzelzimmern geradezu an, kleinere, für sich bestehende „Heimatbereiche“ zu schaffen. Hier sind im Westflügel 4 Doppelzimmer und 13 Einzelzimmer zu finden, im Ostflügel sind 8 Einzelzimmer. Im Dachgeschoss ist bereits der Anfang gemacht mit der individuelleren Betreuung und der den Zimmern nahen Essenversorgung. Fast alle Bewohner des Dachgeschosses essen auch dort oben und haben schon begonnen, kleinere Aufgaben im Zusammenhang mit der Essensversorgung zu übernehmen.
Kleinere Gruppen von Bewohnern, also etwa die Mitglieder der Hofgruppe essen für sich in einer kleineren Schar von sieben Tischgenossen im Aufenthaltsraum des Obergeschosses. Die pflegerische direkte Zuständigkeit teilen sich fünf Fachkräfte, was bedeutet, dass nur etwa sieben Bewohner einer Fachkraft zugeordnet sind. Auch hier ist wieder die fördernde Arbeit der Pflege, wie auch der Therapie und der Sozialarbeit (hier durch einen Sozialpädagogen) gefordert.
Im Westflügel des Dachgeschosses findet sich ein zweiter Speisraum, für selbständigere Bewohner, die unter pflegerischer Anleitung das fertig zubereitete Essen in der Küche abholen, die Tische eindecken, servieren und das schmutzige Geschirr nach dem Essen in die Heimküche zurück bringen. Fernsehen und Radio komplettieren das Angebot, zu dem auch noch eine angrenzende Teeküche gehört, welche es den Bewohnern erlaubt, selbst zu kochen und etwa kleine Feste auszurichten.
Im Mittelbau liegt ein großer, zum Teil mit Holz getäfelter Aufenthaltsraum mit Zugang zu einer kompletten Küche. Hier essen ein Teil der Dachgeschossbewohner und haben auch hier Gelegenheit, sich zu versammeln.
In diesem Raum findet auch der wöchentliche Qualitätszirkel statt, eine Abteilungsleiterbesprechung, an der maßgeblich zwischen vier und sechs Vertreter des Heimbeirates teilnehmen.
Dachgeschoss:
29 Bewohner (plus Betreuung der therapeutischen Wohnungen 8 Plätze)
WBL Ludmilla Bismarck 1,00
plus
Sozialpädagoge Thomas Guthmann. 1,00 Fachkräfte 5,75
Helfer 3,5
Stellen 11,25
Therapeutische Wohngruppen
In der Innenstadt in Bad Wildbad sind drei Wohnungen angemietet, die mit zusammen 8 Plätzen das stationäre Angebot ergänzen. Je zwei dieser Wohnungen beherbergen zwei Bewohner, eine sehr große Wohnung bietet die Unterkunft für vier Bewohnerinnen und Bewohner. Aufgabe der nächsten Jahre wird sein, dieses Angebot zu erweitern.
Voraussetzung für die Teilnahme am therapeutischen Wohnen ist, dass der Bewerber oder die Bewerberin zuvor mindestens sechs Monate im Johanneshaus Bad Wildbad die erforderlichen Fähigkeiten gezeigt hat und kein größeres Risiko vorliegt.
Beschäftigung
Die Zuordnung unseres Heimes in den Bereich der sozialen Pflegeversicherung und die Bezeichnung „Pflegeheim“ hat für viele Interessenten negative Konnotation und Assoziation. Wenn Therapie und der Versuch der Rehabilitation und Wiedereingliederung versagen, stehe am Ende die bloße Versorgung im Pflegeheim. Hier aber steht die engagierte Arbeit aller Mitarbeiter im Johanneshaus Bad Wildbad und die Ausrichtung des Hauses. Das breite Angebot an Beschäftigung: Mehrere Werkstätten, eine Schreinerei, eine Goldschmiedewerkstatt, zwei Läden für Schmuck, Gebrauchtwaren und Möbel, Ziegen, Schafe, Hühner und Kaninchen, sowie weitere Kleintiere und Fische, das Arbeitsangebot in der Haustechnik, in der Wäscheverteilung und Hauswirtschaftlichen Versorgung, die Mitarbeit im Kiosk, die Beteiligung bei Wohnungsräumungen, der Einsatz und Besuch in Partnerwerkstätten fordern und fördern die Aktivität aller Bewohner des Johanneshaus. Es ist gewährleistet, dass alle Bewohner – welche Behinderung und Einschränkung auch immer vorliegen mag – an den Beschäftigungsangeboten teilnehmen.
Die Kunsttherapie
Die Kunsttherapie ist eine eigenständige Therapieform, die spezifische therapeutische Qualitäten und Wirkprinzipien besitzt. Sie versteht Kunst als Weg nicht als Ziel.
Das spielerische und sinnliche Erleben, die Freude am Tun und die Erfahrung, sich als schöpferischer Mensch erleben zu können, stehen im Vordergrund. Kunsttherapie arbeitet ressourcenorientiert und spricht das gesunde, kreative Potential im Menschen an, welches die Heilungskräfte aktivieren kann und ihm ermöglicht, im künstlerischen Prozess des Gestaltens und im einhergehenden therapeutischen Prozess, den destruktiven Kräften der Krankheit ein Gegenüber zu setzen
Im Johanneshaus wird die Kunsttherapie in Form einer Gruppentherapie und als Einzelbehandlung durchgeführt.
Die Kunsttherapie findet Montag bis Freitag von 9:00 - 11 Uhr und Montag bis Donnerstag von 13.30 - 16.30 statt.
Das Materialangebot ist vielseitig, um die Interessen und Fähigkeiten des Einzelnen anzuregen und zu fördern. Die Teilnehmer malen, zeichnen, schreiben, fertigen Collagen an, bearbeiten Specksteine, modellieren in Ton und gestalten mit Naturmaterialien.
Die Kunsttherapie ist hier im Haus besonders für die Menschen geeignet, deren Selbst- und Körperwahrnehmung gestört ist, die unter Realitätsverlust, Ängsten, Depressionen, Kontaktarmut und dem Gefühl des In – sich - Verschlossenseins leiden und für diejenigen, die Schwierigkeiten haben, sich verbal mitzuteilen.
Ziele der Kunsttherapie sind:
Ein zentrales Anliegen der Kunsttherapie ist, den Menschen in seiner Eigenheit und Besonderheit zu sehen und in seiner Ausdrucksform zu erkennen und die Qualitäten des Einzelnen zu bewahren und zu fördern und ihm ermöglichen, einen eigenen, greifbaren und bleibenden Ausdruck zu finden, der seiner spezifischen Identität entspricht.
Arbeit
Arbeit als Erwerbsmöglichkeit und Selbstwertsteigerung
Den meisten Bewohnern gilt reine Beschäftigungstherapie, also mehr oder minder zweckfreie Beschäftigung wenig. Ihre durchaus „gesunde“ Motivation findet sich im Reiz „echter“ Arbeit. Wie auch die Menschen außerhalb beziehen Bewohner einen Teil ihres Selbstwertes aus der Fähigkeit, sinnvolle Arbeit zu leisten und ihr Selbstwertgefühl aus pekuniärer Anerkennung. Daher ist ein zumindest in Teilen funktionierender Arbeits – und Wirtschaftsbetrieb von großer Wichtigkeit für die Bewohner.
Freizeit, Arbeit und Orientierung Psychische Erkrankungen bringen neben anderen Einschränkungen, wie etwa der Unmöglichkeit, geregelter Erwerbstätigkeit nachzugehen, auch deren angenehme Entsprechung, nämlich die sinnvolle Gestaltung der Zeit, oft zum Erliegen. Ein geregelter Tagesablauf ist bei vielen Erkrankungen kaum mehr durch eigene Möglichkeiten zu erreichen. Dazu kommt die weitere Einschränkung der meisten Bewohner unseres Hauses durch die Wirkungen und Nebenwirkungen der eingenommenen Medikamente. Neuroleptika schirmen ab vor nicht beherrschbarer Emotion und Erscheinungen der Krankheit. Diese Medikamente bilden aber auch das größte Hindernis, Energie und Motivation zu einer Tätigkeit aufzubringen. Müdigkeit und Antriebslosigkeit resultieren daher auch aus der fortdauernden Behandlung vorhandener Symptome und sind keinesfalls als Charakterfehler anzusehen. Dies bedeutet gerade für die Freizeitgestaltung, dass ein erhebliches Maß an Motivationsarbeit von Seiten der Betreuer notwendig ist. Diese Motivationsarbeit heißt, dass Bewohner dort abgeholt werden, wo sie sind: in ihrem Zimmer, gar tagsüber im Bett liegend oder wartend auf den Fluren. An diesen verschiedenen Orten müssen Bewohner einzeln persönlich angesprochen werden und eventuell zu den verschiedenen Angeboten hin begleitet werden. Zwar sollte die grundsätzliche Freiwilligkeit der Angebote gewahrt bleiben, allerdings müssen die Betreuer, welche mit dieser Aufgabe betreut sind ihre persönliche Kompetenz, ihren Einfluss und auch ihre Autorität weitestgehend nutzen, Bewohner zur Teilnahme an den Angeboten zu bewegen. Die Freizeitgestaltung findet ihren Ort in den verschiedenen Wohn – und Aufenthaltsräumen im Gebäude A. Daneben sind natürlich alle Außenbereiche, mit Wiesen und der Tennisplatz, welcher wieder instand gesetzt wird, wie auch die unteren Räume im Gebäude C möglich für Sport, Spiele und Bastelarbeiten. Die Freizeitaktivitäten obliegen nicht nur dem hauptamtlich eingesetzten Herrn Guthmann, sondern auch den Mitarbeitern auf Station. Beide sollen immer wieder neue Angebote zur Freizeitgestaltung machen, die bestehenden Angebote fördern. Beide helfen mit, die Wohnebenen durch die Bewohner selbst gestalten zu lassen. Die Teilnahme an kulturellen Ereignissen, etwa durch Kino und Theaterbesuchen ist geplant. Wie weit Bewohner selbst kulturell tätig sein können muss noch genauer probiert werden.
Im Einzelnen wird angeboten:
Im Haus: | Tischtennis, Ballspiele Gymnastik Bewegungsspiele Basteln Herstellen von Zimmerschmuck Spiele: Brettspiele Kreuzworträtsel Gesellschaftsspiele Kleine Wanderungen Einkaufsfahrten nach Pforzheim und Bad Wildbad Veranstaltungen: Großer Jahresausflug Kleinere Ausflüge |
| Außer Haus: | Gottesdienst nachmittags am Donnerstag |
Feiern, Tagesstruktur und therapeutische Betreuung Viele Bewohner haben Probleme, ihren Tagesablauf, ihre Zeit selbständig zu strukturieren. Die Erfahrung, dass es Zukunft gibt, dass ein Morgen möglich und ersterbenswert ist, gehört zu den grundlegenden Bedürfnissen menschlichen Lebens. Der gewohnte tägliche Rhythmus und die Regelmäßigkeit eines Tagesablaufes und die verlässliche Gestaltung der Woche geben Sicherheit, auch trotz fortdauerndem Erleben einer psychischen Erkrankung. Hierzu gehört, dass Phasen der Anspannung und Entspannung regelmäßig wechseln. Weiterhin gehört dazu, dass die Tätigkeiten und Erlebnisse, ermöglicht durch die therapeutischen Angebote die Zeit unterscheidbar machen. Wenn morgen ein Bild fertig gemacht werden kann, wenn in der nächsten Woche ein Ausflug ansteht, wenn die Arbeit um 9:00 Uhr beginnt und nach der Mittagspause um 16:00 Uhr beendet ist, so bedeutet dies erlebte Struktur der Zeit.
Daher ist es notwendig, dass alle geplanten Angebote und alle angekündigten Veranstaltungen auch tatsächlich durchgeführt werden. Deshalb ist bei der Planung zu berücksichtigen, dass auch im Fall, dass ein Mitarbeiter durch Krankheit oder Urlaub verhindert ist, eine Vertretung seine Aufgaben weitestgehend übernimmt. Die Selbsthilfe der Bewohner, alleine als Individuum und als Gruppe – etwa als Wohngruppe – bedarf der Ermunterung, Förderung und Stärkung durch geleitete Versammlungen, moderierten Austausch und erlebte Gemeinschaft. Hier ist besonders das sozialpädagogische Geschick der Sozialarbeiterinnen und der Sozialarbeiter gefordert.
Herstellen einer wohnlichen Atmosphäre Beleben der verschiedenen Gruppen – und Wohnräume in Haus A Gemeinsames Kochen in den Küchen im ersten Obergeschoss und Dachgeschoss Kochen in der Kochgruppe (zur Zeit 1 mal je Woche) Gesprächsgruppen: Nachmittagsgruppen auf der Wohnebene Abendgruppen auf der Wohnebene Spiele Die Beschäftigung, welche einer geregelten Erwerbsarbeit am nächsten kommt, genießt bei den meisten Bewohnern die höchste Attraktivität. Über die finanziell honorierte Arbeit kann das Bedürfnis nach Anerkennung und das Gefühl der „Normalität“ erreicht werden. Vergessen werden sollte aber nicht, dass das verdiente Geld, so gering es auch sein mag, die Grenzen der Abhängigkeit auflösen kann – wer über Geld verfügt, kann sich außerhalb des Hauses leicht bewegen, kann konsumieren und ist so zum Beispiel auch beim Essen nicht immer auf die im Haus wählbaren Mahlzeiten angewiesen. Weiter bedeutet der Erwerb und Besitz von Geld auch ein Teil mehr oder minder berechtigte Hoffnung, wieder außerhalb eines Heimes leben zu können.
Bisher wurde die Arbeit regelmäßig an allen Wochentagen, morgens ab 9:00 Uhr bis 11:30 Uhr und 13:00 Uhr bis 15:30 Uhr nachmittags angeboten. Es wurden und werden beispiels- weise im Auftrag Wäscheklammern montiert oder Zubehörteile für Automobilzulieferer. Limitiert war das Angebot nur durch den Umfang der Aufträge, welche von externen Firmen entweder vorlagen oder eben nicht.
Die Organisation, Aufsicht und Ordnung hat Herr Ottmar Mössinger inne, was er sehr engagiert wahrnimmt. Wochenplan: Jeden Morgen und jeden Nachmittag bestehen zwei Angebote für Bewohner: Ein Angebot ist für Bewohner gedacht, die weniger Einschränkungen haben, also etwa an Arbeitstherapie, Hof – und Gartengruppe oder an Einkaufsfahrten in der Gruppe teilnehmen können. Ein weiteres Angebot ist für Bewohner geeignet, welche mehr Unterstützung benötigen und die unter Umständen nur schwer für längere Zeit ihre Aufmerksamkeit aufrecht erhalten können. An drei Nachmittagen in der Woche haben Bewohner Gelegenheit, in der Stadt Bad Wildbad Einkäufe zu tätigen. An einem dieser drei Nachmittage ist das Angebot gedacht für Bewohner, welche besonderer Betreuung bedürfen. Regelmäßig werden die weniger aktiven Bewohner besucht und es wird mit ihnen gesungen. Dies übernimmt Herr Guthmann.
Der regelmäßige Gottesdienst durch Pfarrer und Priester befriedigt mit die religiösen Wünsche der Bewohner. Organisation des Angebotes: Die therapeutischen Angebote gehören mit zur Pflege und werden deshalb auch von der Pflegedienstleitung mit verantwortet. Herr Guthmann übernimmt die Betreuung vor Ort und wirkt in allen Wohn -und -Aufenthaltsräumen im Haus A. Herr Mössinger, Herr Sedelmaier und Herr Eitel kümmern sich um die Arbeitstherapie, bringen sich aber auch ein bei Angeboten an Bastelarbeit. Die Pflegekräfte der Wohnbereiche machen selbst Angebote, wie etwa Spiele, Handarbeiten, Ausflüge, kleinere Einkaufsfahrten und unterstützen die Angebote der therapeutischen Betreuung. Qualität: Die Angebote der Aktivitäten dürfen nicht als Selbstzweck verstanden werden. Sie müssen nach dem Sinn, den sie für Bewohner machen, überprüft werden. So ist zu dokumentieren:
Wird das Angebot ausreichend angenommen?
a) Werden genug Bewohner erreicht?
b) Werden verschiedene Bewohnergruppen erreicht?
c) Werden für alle Bewohner Angebote gemacht?
Sind die Angebote sinnvoll?
a) Werden Bewohner durch das Angebot gefördert?
b) Sind die Angebote erwachsenengerecht?
c) Lässt sich ein Nutzen der Angebote für die Bewohner nachweisen?
Haben die Angebote rehabilitativen Charakter?
a) Wird die Selbständigkeit der Bewohner gefördert?
b) Entwickeln sich Bewohner durch das Angebot weiter?
c) Werden Schäden ( wie etwa Hospitalismus ) vermieden?
Die Qualitätskontrolle ist von allen genannten Akteuren: Frau Schröter, Herrn Guthmann, Herrn Walz, Herrn Gerst und dem Leiter der Therapie, Herrn Mössinger ein Mal im Monat vorzunehmen. Die obigen Fragen stellen dabei die Hinweise für die Richtung der Überprüfung dar. Damit soll eine stetige Weiterentwicklung der bisherigen und der weiteren Arbeit ermöglicht werden. Am Ende wird eine wieder für Bewohner und Mitarbeiter befriedigende Arbeits– und Beschäftigungstherapie stehen. Hierzu werden auch Fortbildungen aller Mitarbeiter und Austausch mit anderen Einrichtungen nötig werden.
Unser Hausmeister und die mitarbeitenden Bewohner
Der Hausmeister Herr Herbert Eitel hat seinen Stützpunkt vor Ort im Sockelgeschoß de
s Hauses A. Er übernimmt, neben der Instandhaltung des Hauses und der Kontrolle der Sicherheit der Anlagen und Geräte, die Betreuung der Bewohner in technischen und handwerklichen Fragen. Dies reicht vom Anbringen von Regalen in Bewohnerzimmern oder dem Aufhängen von Bildern bis zu kleineren Reparaturen.

s Hauses A. Er übernimmt, neben der Instandhaltung des Hauses und der Kontrolle der Sicherheit der Anlagen und Geräte, die Betreuung der Bewohner in technischen und handwerklichen Fragen. Dies reicht vom Anbringen von Regalen in Bewohnerzimmern oder dem Aufhängen von Bildern bis zu kleineren Reparaturen.
Drei Bewohner mit technischem Interesse arbeiten unter seiner Anleitung und mit seiner Unterstützung in Haus und Hof mit. In ihrem Einsatz werden sie ständig angeleitet und in der Erhaltung und Erweiterung ihrer Fähigkeiten gefördert.
Hierzu gehört auch, dass Bewohner gemeinsam mit Hausmeister und einem weiteren Handwerksmeister der Arbeitstherapie die Pflege und Wartung eines kleinen Grill, - Spiel – und Freizeitplatzes der Stadt Bad Wildbad übernommen haben.
Plätze in der Therapie |
| mittlere Auslastung | |
| Werkstätten für manuelle Tätigkeiten, Sortieren, Verpacken, Prüfen, Entgräten etc. | 50 Plätze | 20 bis 40 Bewohner | |
Schreinerei | 6 Plätze | 1 bis 2 Bewohner | |
Gärtnerei | 6 Plätze | 2 bis 4 Bewohner | |
Goldschmiedewerkstatt | 12 Plätze | 4 bis 12 Bewohner | |
Kunsttherapie | 14 Plätze | 4 bis 14 Bewohner | |
Tierversorgung (Ziegen, Schafe, Kaninchen; Hühner etc.) | 6 Plätze | 3 bis 6 Bewohner | |
Sozialpädagogische Trainingsgruppe | 12 Plätze | 6 bis 12 Bewohner | |
Freizeitangebote: Tischtennis, Kino | 24 Plätze | 4 bis 12 Bewohner | |
Musiktherapie | 12 Plätze | 6 bis 12 Bewohner | |
Sportangebote (Beispiel: Nordic-Walking) | 12 Plätze | 2 bis 8 Bewohner | |
Hauswirtschaftsgruppe (Wäsche, Mithilfe bei Eindecken) | 6 Plätze | 2 bis 8 Bewohner | |
Technische Bewohnergruppe (Hausmeisterarbeiten und externe Arbeiten) | 4 Plätze | 1 bis 3 Bewohner | |
Tanzkurse und Bastelkurse | 12 Plätze | 4 bis 12 Bewohner | |
Alltagstraining und Haushaltskompetenztraining | 8 Plätze | 2 bis 4 Bewohner | |
Koch- und Backgruppe | 8 Plätze | 2 bis 8 Bewohner | |
Ausflüge | 36 Plätze | 12 bis 30 Bewohner | |
Teilnahme an lokalen und regionalen Märkten (Verkauf eigener Waren) | 12 Plätze | 4 bis 12 Bewohner | |
Urlaubsaktivitäten (nacheinander) | 12 Plätze | 4 bis 12 Bewohner | |
Heimzeitungsredaktion | 6 Plätze | 2 bis 6 Bewohner |
| Arbeitstherapie: Leitung Ottmar Mössinger plus Fachkräfe Helfer | 1,00 1,5 3,00 5,50 |
| Steigerung des Selbstvertrauens, des Selbstwertgefühls, des Sozialverhaltens und der Antriebskraf Stabilisierung der psychischen Verfassung Förderung einer realistischeren Selbst- und Umwelteinschätzung und der Wahrnehmungsfähigkeit (Wieder-) Entdeckung eigener Fähigkeiten, kreativer Sichtbarmachung von Konflikten und wichtigenLebensthemen Wahrnehmung und Ausdruck eigener Affekte und Gefühle | |
| Da die konzentrierte Belegung einer reinen „Pflegestation“ zu einer starken Belastung und zum Teil einseitigen Ausrichtung der Pflege und ihrer Bemühungen führen würde, leben im Westflügel weniger pflegebedürftige Bewohner und im Ostflügel Bewohner mit einem hohen bis sehr hohen Assistenzbedarf. So werden die 14 Bewohner des Ostflügels, welche besonders umfangreiche Betreuung und sehr viel Grundpflege benötigen, durch weitere 21 Bewohner ergänzt, welche einen anders gearteten Pflegebedarf haben. Bei den Bewohnern des Westflügels stehen tagesstrukturierende Maßnahmen im Vordergrund, bei den Bewohnern des Ostflügels die grundpflegerischen Maßnahmen. |
Aufgaben der Bezugspflegenden: | Zusammenarbeit mit: |
Pflegeplanung | anderen Pflegenden + Angehörige |
| Pflegeanamnese Biographie Pflegeplanung monatliche Überarbeitung | anderen Pflegenden |
Angehörige | |
| Adressen feststellen Kontakt fördern Einbeziehen in Arbeit | Angehörige |
Betreuer |
|
| Kontakt fördern Einbeziehen in Arbeit | Betreuer |
| Bedarf feststellen Probleme mit Sauberkeit fehlende, kaputte Kleidung Bestellung | Heimverwaltung Pflegeassistenz |
Hygiene | |
| Hygieneartikel, Bedarf feststellen in Absprache mit WBL bestellen Haarschnitt Bedarf gepflegte Füße, Bedarf | WBL Friseur Fußpflege |
Taschengeld | |
| Regelung im Pflegeplan Probleme bearbeiten | Heimverwaltung |
Zimmer | |
| Ordnung und Sauberkeit Einrichtung (Dekoration, Bilder etc.) Reparaturen (Zimmer) | WDS und WBL Hausmeister Verwaltung Hausmeister |
Dokumente | |
| Ausweise Impfpass Krankenkassenkarte Befreiungskarte | Heimverwaltung Arzt Betreuer Heimverwaltung |
KoordinationArztFacharzt Krankenhaus Nachfrage bei Krankenhausaufenthalt |